Der ECOT-Award: Internationale Stadtbaum-Auszeichnung

Um Städte und Kommunen zu motivieren, sich für mehr Grün in der Stadt und für ein besseres Baummanagement einzusetzen, verleiht der European Arboricultural Council (EAC) jedes Jahr den ‚European City of the Trees‘ (ECOT)-Award. Die international anerkannte Auszeichnung ging in den letzten Jahren unter anderem an die Städte Frankfurt, Moskau, Apeldoorn, Trnava und Winterthur. In diesem Jahr erhielt die Stadt Wien den Preis für ihr neues Stadtquartier Seestadt Aspern. Städte, die den Award erhalten, zeichnen sich durch lebenswertere Aufenthaltsorte, durch vitale Baumbestände und verbessertes Mikroklima aus. Sie sind Vorreiter für Klimaschutz-Lösungen im Bereich der Stadtbäume und sollen anderen Städten ein Vorbild sein, es ihnen gleich zu tun - internationale Best Practice zum Nachmachen vor Ort. Denn schon die kleinsten Anpassungen des Stadtbildes durch Grünflächen, Dachbegrünungen, Bäume und Raum für Wasserflächen und Flüsse können Auswirkungen auf das Klima und die CO2-Werte einer Stadt haben

Vorteile der ECOT-Auszeichnung

Neben den Klimavorteilen für die vom EAC ausgezeichneten Städte und Kommunen bietet der Award viele Vorteile für Städte, die sich für ihre grüne und blaue Infrastruktur engagieren. Nicht nur das gesamteuropäische Bewusstsein für die Award-Stadt steigert sich deutlich, die Auszeichnung erleichtert auch engere kulturelle Beziehungen zu anderen ausgezeichneten Städten. Ein Ergebnis erfolgreich umgesetzter, innovativer Klimaschutzmaßnahmen ist die angekurbelte Wirtschaft durch Tourismus, Investitionen und Handel. So bot beispielsweise die Stadt Frankfurt nach ihrer Auszeichnung im Jahr 2014 Führungen zum Thema Bäume und eine Reihe von Lesungen unter Bäumen an. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, Baumpatenschaften zu übernehmen oder vom Umweltamt einen kostenlosen Baum für das eigene Grundstück.

Die Stadt Wien zeigt, wie es geht

Das mit dem ECOT-Award 2021 ausgezeichnete neue Stadtquartier Seestadt Aspern in Wien passt sich den wandelnden Klimabedingungen an und wendet das Schwammstadtprinzip an. Dabei werden die Stadtbäume beispielsweise in „Wiener Substrat“ gepflanzt, einem eigens entwickelten Baumsubstrat, in dem regionale Stoffe wie Splitte und Sande, Komposte und fluviatile Sedimente verarbeitet sind. Dieses lässt sich günstig herstellen und versorgt die Baumwurzeln optimal.

Auch Gelsenkirchen und Bremen auf dem Vormarsch in puncto Stadtgrün

Ein Paradebeispiel für gut angelegtes Stadtgrün ist auch die Stadt Gelsenkirchen. Hier umfassen die zahlreichen städtischen Parks und Freiflächen sogar rund 45 Prozent der gesamten Stadt. Zusätzlich verteilen sich rund 25.500 Straßenbäume im gesamten Stadtgebiet und sorgen so für ein gutes (Mikro-)Klima. Auch die Stadt Bremen punktet durch eine Vielzahl an Parks und Erholungsgebieten, die für Frischluftschneisen sorgen und die Lebensqualität innerhalb des Stadtgebiets erheblich steigern. So hält Bremen für pro Einwohner*in insgesamt 44,9 Quadratmeter Grün bereit. Die ergriffenen Maßnahmen für mehr Stadtgrün auf dem Platz der Einheit in Potsdam oder in ganz Eckernförde wurden in der Vergangenheit sogar durch den Stiftungspreis „Lebendige Stadt“ und den Umweltpreis „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet.

„Stadtgrün ist nicht ‚zu teuer‘. Es wird aber unbezahlbar, wenn wir jetzt nicht in Grün investieren“, so Jan Paul, Vizepräsident des BGL. „Wir müssen aufhören, Städte zuzubetonieren und stattdessen diese Gelder umgehend für den Aufbau grün-blauer Infrastrukturmaßnahmen einsetzen.“ Zusätzlich verbessern Grünkonzepte nicht nur das Klima, sondern steigern auch die Lebensqualität und die Attraktivität einer Stadt im Wettbewerb, um Arbeitskräfte und Einwohner*innen.

Fördermöglichkeiten „Grün in die Stadt“

Städte und Gemeinden müssen Stadtgrün-Projekte nicht allein stemmen. In Zeiten enger Budgets und von der Pandemie gebeutelter Haushaltskassen fehlen häufig die finanziellen Mittel, um eigene Grünprojekte umzusetzen. Die EU, aber auch Bund und Länder, stellen hier im Rahmen verschiedener Fördertöpfe entsprechende Mittel zur Verfügung. Die optimale Finanzierungsoption für städtisches Grün finden Stadtplaner*innen über den Förder-Check der Initiative „Grün in die Stadt“ des BGL.

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