100.000 Hitzetote durch die Klimakrise weltweit

2021 lag die Zahl der Hitzetoten aufgrund des Klimawandels mit 100.000 beängstigend hoch. Besonders in den Städten, in denen im Durchschnitt bis zu sechs Grad höhere Temperaturen zu messen sind als auf dem Land, kamen Fälle von Herz-Kreislauf-Versagen vor allem bei älteren und vorerkrankten Menschen in Hitzeperioden gehäuft vor. Schon jetzt liegt die Zahl der Hitzetoten in Deutschland im weltweiten Vergleich weit vorne – Prognosen zu Folge mit wachsender Tendenz, bedingt durch die Zunahme der Hitzetage und Tropennächte.

Extremtemperaturen in Europa durch Klimaverschiebung

Das Klima wird sich in den nächsten 30 Jahren rund 1.000 Kilometer Richtung Süden verschieben. Ein dadurch bedingter Temperaturanstieg um im Schnitt 2°C hätte zur Folge, dass sich London 2050 so anfühlen würde wie Barcelona heute, Madrid wie Marrakesch und Köln wie San Marino. Ein Zustand, der das Leben insbesondere in den Städten dramatisch verändern und weitreichende Konsequenzen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen nach sich ziehen würde. Auf der UN-Klimakonferenz 2021 wurde deshalb als vorrangiges Ziel des „Glasgower Klimapakts“ die Begrenzung der Erderwärmung um 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter formuliert.

Hitzeinseln in den Städten – was tun?

Der Hitzeinseleffekt ist ein globales Phänomen, das vor allem in dicht besiedelten Stadtgebieten auftritt, in denen viel Glas und Beton verbaut sind, Flächen versiegelt sind und es an Begrünung mangelt. Die genutzten Baumaterialien und dunklen Oberflächen speichern Wärme und heizen die Umgebung auf, hinzu kommen außerdem eine hohe Feinstaubkonzentration und unzureichende Luftzirkulation. Fehlendes Stadtgrün hat zur Folge, dass sich die heiße Luft zwischen den Straßen nicht mit der kühleren Luft von Grünflächen und Parks austauschen kann – die Hitze staut sich, die Temperaturen steigen.

Mögliche Maßnahmen gegen den Hitzeinseleffekt sind vielfältig. Dächer und Fassaden zu grünen, geschlossene Oberflächen zu entsiegeln und helle, reflektierende Farben bei der Bedachung und bei Fassaden zu nutzen sind erste Schritte auf dem Weg zu besseren klimatischen Verhältnissen in den Städten. Auch das Anlegen von kleinen Seen oder Wasseranlagen im urbanen Raum sorgt für Abkühlung im Sommer.

Der Grüngürtel als Lunge der Stadt

Die Anlage von Parks und Grünflächen ist ein weiterer zentraler Punkt im Kampf gegen den urbanen Hitzeinseleffekt. Vitale Bäume lassen Wasser über ihre Blätter verdunsten und sorgen so für einen Kühlungseffekt – zusätzlich spenden sie angenehmen Schatten. Viele große deutsche Städte wie München, Frankfurt oder Köln profitieren bereits seit Jahrzehnten von großflächigen Grünflächen, die sich meist ringförmig um die Stadtrandgebiete ziehen: die sogenannten Grüngürtel. Diese Zonen fungieren als grüne Lungen der Städte, indem sie als Kaltluft- und Grundwasser-Entstehungsgebiete für ein gesünderes städtisches Klima sorgen. Die künstliche Anlage auch kleinerer innerstädtischer Grüngürtel kann die steigenden Temperaturen eindämmen und nachhaltig gegen die urbanen Hitzeinseln wirken. So können viele Kommunen ihren Beitrag zum Erreichen des Klimaziels leisten ­– individuelle Fördermöglichkeiten inbegriffen.

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