Grüne Städte. Gesunde Bewohner.

Es zieht immer mehr Menschen in die Städte. Die Folge: Die Städte wachsen und die Anzahl verdichteter Flächen steigt – all zu oft zu Lasten von Parks und Freianlagen. Und dies, obwohl sich Parks und Grünanlagen seit Langem hoher Beliebtheit erfreuen. Wie die forsa-Umfrage von Grün in die Stadt erst kürzlich belegte, sind Grünflächen für rund die Hälfte aller BürgerInnen wichtiger geworden. Sie suchen Erholung und Entspannung in der Natur, wie Forscher im Fachmagazin „Frontiers in Psychology“ aufzeigen.

Stadtgrün – Ausgleich zu Homeoffice und Bürojob

Die aktive Zeit im Grünen bringt zudem viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Denn Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für eine Reihe von Krankheitsbildern. Zu wenig Bewegung durch Bürojobs mit Homeoffice kann Krankheiten wie Kreislauferkrankungen, Gelenk- und Rückenschmerzen sowie Übergewicht verursachen. Gut 42 Prozent der Deutschen bewegen sich laut WHO zu wenig. Grün- und Freianlagen können Abhilfe schaffen: Sind Parks in ausreichender Anzahl, nah genug am Wohnort und in gepflegtem Zustand vorhanden, ist die Barriere für ausreichend Bewegung geringer. Und einmal vorhanden, nutzen die Bürger ihr Grün vornehmlich für Bewegung – Laut der forsa-Umfrage der Initiative „Grün in die Stadt“ vorrangig zum Spazierengehen (77 Prozent), um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun (39 Prozent) und um vom Alltag abzuschalten (44 Prozent). Um diesen Bedürfnissen nachzukommen, müssen Grünanlagen erreichbar, gepflegt und gut ausgestattet sein, um Bürger zum Besuch zu animieren.

Stadtgrün erhöht die Lebenserwartung

Eine Untersuchung aus 2019, bei der insgesamt neun verschiedene Studien aus sieben verschiedenen Ländern zu Rate gezogen wurden, ergab, dass von einem Zusammenhang zwischen dem Zugang zu Grünflächen und einer hohen Lebenserwartung auszugehen ist. Daher ist die Empfehlung der Wissenschaftler um Professor David Rojas-Rueda die Vergrößerung und Bewirtschaftung von Grünflächen als strategische Intervention im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu betrachten und dementsprechend auch in die Pflege und den Ausbau eben dieser Flächen im urbanen Raum zu investieren. Dazu zählen eine gute Verfügbarkeit, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit von Naturräumen aber auch deren multifunktionale Nutzung mit ausgewogenem Verhältnis von Räumen für Erholung, Erlebnis, Bewegung, individuelle Ruhe und soziale Interaktion und die Vermeidung von Angsträumen und Mobilitätsbarrieren.

Mehrfache Vorzüge: Stadtgrün als Stresskiller und Förderer des Immunsystems

Doch Stadtgrün fördert nicht nur die körperliche Gesundheit, es wirkt sich auch positiv auf die Psyche und das Wohlbefinden aus. Stadtbewohner sind im Alltag vielfachen Stressfaktoren ausgesetzt – einer davon ist Lärm. Laut WHO ist Lärm nach Luftverschmutzung der zweitgrößte Umweltfaktor, der die Krankheitslast der Stadtbevölkerung erhöht. Unzählige Lärmquellen im Straßenbau oder Verkehr wirken belastend.

Generell baut der Aufenthalt im Grünen Stress ab, wie Forscher der Universität Edinburgh belegen. Mehr noch: Laut einer Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, hellt das Aufsuchen begrünter natürlicher Umgebungen das Gemüt auf, stärkt das Immunsystem und kann Heilungsprozesse unterstützen. Ein Abstecher in städtische Parks und Grünanlagen erhöht zudem die Konzentrationsfähigkeit und fördert psychisches Wohlbefinden durch Stressabbau. Eine Studie der Harvard University hat zudem untersucht, wie sich der Zugang zu Grünflächen auf die Sterberate auswirkt. Das Ergebnis: Die Lebenserwartung ist bei Personen, die in der Nähe von Grünflächen und Natur wohnen deutlich höher. Die Forschungen sind hier jedoch erst ganz am Anfang, sodass noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung hergestellt werden kann.  


Förder-Check: Fördermöglichkeiten finden und Stadtgrünprojekt starten
Die Qualität und Quantität der Grünflächen sollten von Städten und Kommunen in ihrer Stadtplanung berücksichtigt werden. Kommunale Entscheider können mit dem Förder-Check der Initiative Grün in die Stadt des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) die Fördermöglichkeiten ihrer Grünprojekte prüfen. Dort finden Bürgermeister und Verantwortliche auch zahlreiche best practice Beispiele und Anregungen für ein eigenes Grünprojekt.

 

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