Stadtgrün in Konkurrenz zu Wohnbebauung nicht vernachlässigen

Städte boomen, der daraus resultierende Wohnungsmangel sorgt für immer neue Bauprojekte. Was darunter leidet, sind oft die Grünanlagen. Denn die Bauprojekte belegen Freiräume, die auch für Grünflächen genutzt werden könnten. Und die sind enorm wichtig. Denn Grünflächen fördern nicht nur die Artenvielfalt und verbessern die Luftqualität. Sie machen Wohngebiete attraktiver und sorgen für einen erheblichen Standortvorteil gegenüber Gebieten ohne Grün. Städte mit wenigen Grünanlagen sind auch schlechter gewappnet gegen extreme Wetterphänomene. Starkregen fließt schlechter ab, die Innenstädte heizen schneller auf.

Neubaugebiet mit Grünflächen
© Ah_Fotobox/ Fotolia

Gemeinden und auch Länder nehmen die komplexe Problematik zunehmend wahr und versuchen Lösungen zu finden. So fand im August in Niedersachsen eine Fachtagung zum Thema „Grün in den Städten und Gemeinden Niedersachsens“ statt. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hatte dazu eingeladen. Zusätzlich wird die bestehende Internetplattform NIKIS – Niedersächsische Initiative für Klimaschutz in der Siedlungsentwicklung – um das Thema Stadtgrün erweitert und mit einem Handbuch mit niedersächsischen Beispielen angereichert.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat ein bundesweit gültiges „Weißbuch Stadtgrün“ aufgelegt. Bundesministerin Barbara Hendricks: „Es reicht den Menschen nicht, mit dem Auto ab und zu mal raus aufs Land zu fahren. Sie wollen die Natur auch in der Stadt. Lebensqualität, das bedeutet für viele Menschen heute: Gute Radwege, Parks und Seen, an denen man den Sommer genießen kann, schattenspendende Bäume und grüne Dächer." Das Weißbuch enthält Handlungsempfehlungen und Maßnahmen des Bundes, wie die Kommunen ihre grüne Infrastruktur stärken können.

Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt setzt sich ebenfalls für Stadtgrün ein. Bei der Fachtagung sagte sie: „Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Energiewende bleiben auch angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Wohnraumversorgung zentrale Aufgaben einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Grünräume sind für Städte von hoher Bedeutung und tragen wesentlich zu lebenswerten Städten bei. Stadtgrün fördert Erholung, Bewegung und Gesundheit, reduziert die Lärmbelastung, verbessert das Klima und ist eine wichtige Ressource für das ökologische Gleichgewicht.“

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